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Eine Reise durch die Entstehungsgeschichte des Single Malt Whisky in Schottland

Immer wieder streiten sich Fachleute darüber, wann und wo zum 1. Mal Malt Whisky hergestelt wurde. Einig ist man sich weitestgehend darüber, dass es wahrscheinlich die Länder aus dem fernen Osten waren, die im neunten Jahrhundert vor Christus zuerst destillierten. Arzneimittel und "duftene Wasser" wurden hergestellt.

Doch erst als die Kunst Einzug nach Europa erhielt, wurden trinkbare Produkte kreiert. Über Ägypten kam das Wissen nach Europa. Das ist zumindest bekannt. Doch wann das war ist nicht genau geklärt. Vermutlich wurde aber bereits im Hochmittelalter Schnaps oder Trester aus Schrot und Korn gebrannt. Später erst entstand der Whisky in der heutigen Form.

Es wird nach wie vor darüber gestritten ob es die Iren waren die zuerst Whisky herstellten oder die Schotten. Einer irischen Legende nach zur Folge war es der Schutzpatron St. Patrick der das Wissen zum destillieren aus dem Mittelmeerraum mit auf die grüne Insel brachte. Fragt man hingegen die Schotten so wurde St. Patrick in der schottischen Stadt Dumberton geboren. Somit sei Schottland die Geburtsstätte des Whisky.

Als Heimat des Whisky / Whiskey gilt aber wohl Irland. Das Wort "Whiskey" (auch heute ist dies die gebräuchliche Schreibart in Irland) entstammt dem gälischen und leitet sich von dem Begriff "usquebaugh" ab, was "Lebenswasser" bedeutet. Britische Soldaten waren es die Irland zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert eroberten. Unter den Soldaten war das „Wasser des Lebens“ sehr beliebt. Allerdings kamen Sie mit der gälischen / irischen Namensgebung nicht zurecht. Die Bezeichnung "Whisky" war geboren.

Nur Mönchen war es ursprünglich erlaubt in den Klöstern aus Getreide trinkbaren Alkohol herzustellen. Whisky kaufen war für normale Menschen nicht so einfach möglich.

Im 16.Jahrhundert gelangte Whisky an das englische Königshaus. Königin Elisabeth I und Sir Walter Ralleigh erhielten vom irischen Count of Cork 32 Gallonen vom "Wasser des Lebens" als Geschenk. Von nun galt dieser in seiner Heimat Irland als Vaterlandsverräter.

Noch lange bevor Königin Elisabeth l. überhaupt Whisky probieren konnte, wurde in Schottland Whisky destilliert. Schriftliche Nachweise von 1494 gibt es in Form eines schottischen Registers. Demnach kaufte Bruder John Cor von Lindoris Abbey (Grafschaft Five) 8 Schüsseln Malz aus dem er fünfunddreißig Kisten Whisky produzierte.

Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts war die Produktion von Whiskey den Iren vorbehalten. Erst Jahrhunderte später gelangte Whiskey nach Schottland. Die Schotten lernten recht schnell, Whisky herzustellen und den Entstehungsprozess zu verändern. So fand Torf den Weg in den Herstellungsprozess.

In Irland wurden die Öfen in denen die leicht gekeimte Gerste darrte mit Kohle unter Feuer gehalten. Der Schotte verwendeteTorf. Den Destillaten konnte so ein Raucharoma verliehen werden. Für die Produktion wurde sowohl in Schottland als auch in Irland nur gemälzten Gerste verwendet.

Später dann wurde eine recht hohe Malzsteuer auf die gemälzte Gerste erhoben und die Iren waren gezwungen zusätzlich auch ungemälzte Gerste für den Herstellungsprozess zu verwenden. Unterwartet wurde diese Maßnahme zu einem Erfolg und selbst als die Obrigkeit die Malzsteuer wieder abgeschaffte, wurde diese Mischung weiter verwendet. Whisky kaufen konnten sich nun fast alle Menschen. Egal ob arm oder reich.

In Schottland war Whisky um das Jahr 1505 anfänglich im medizinischen Bereich zu Hause. Die Bader von Edinburgh und Chirurgen erwarben das Monopol der Whisky-Herstellung.

Dieses Exklusivrecht wurde jedoch häufig gebrochen. Das schottische Parlament erlies im Jahre 1579 folgendes Gesetz: Nur noch dem Adel sollte es ab sofort erlaubt sein, Whisky zu destillieren. Als Nahrungsmittel hingegen wurde Gerste in ganz Schottland knapp.

Getrunken wurde schottischer Whisky wegen des starken Torf-Aromas meistens innerhalb des Landes. Im 18. Jahrhundert gelangte Whisky von Schottland nach England. Irischer Whiskey schaffte diesen Weg schneller.

In rascher Folge entstanden nun neue Destillen (vornehmlich in den Highlands). Diese Region erstreckt sich über die Hälfte von Schottland. Doch auch auf den westlichen Orkney-Inseln wurden die ersten Brennereien erbaut. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert stand Whisky ganz im Zeichen von Schmuggel und Illegalität.

Der Zusammenschluss zwischen Schottland und England wurde 1707 vollzogen. Das englische Parlament führte die Malzsteuer auf schottischem Grund und Boden wieder ein. In Schottland war die Malzsteuer allerdings nur halb so hoch wie in England.

Trotzdem wollten die Whiskybrenner in Schottland sich nicht dem englischen Diktat unterwerfen. Nach vielen Aufständen entstanden aus Protest gegen die Malzsteuer viele Schwarzbrennereien. Die schottischen Highlands waren zu dieser Zeit noch unzureichend erschlossen.

Die Kosten für die legale Whisky-Produktion mussten gesenkt werden. Ungemälzte Gerste wurde nun verwendet. Nur illegal produzierter Whisky galt im 18. Jahrhundert als "originaler Schottland-Whisky" (es wurde nur gemälzte Gerste verwendet). Die legalen Brennereien konnten ihren Whisky nun nicht mehr verkaufen. Whisky kaufen auf legalem Weg wurde so nicht leichter.

Illegale Destillen gab es zu dieser Zeit auch in Irland. Unterschieden wurde hier ebenso zwischen legal- und illegal produziertem Whiskey. Parliament nannte sich legal hergestellter Whiskey, der illegal gebrannte Poteen.

Die Iren waren natürlich der Meinung, dass Poteen besser sei als Parliament...denn dieser Whiskey füllte die engl. Staatskasse.

Die Highlands waren im 18 .Jahrhundert von illegalen Brennereien überzogen. Viele unterschiedliche Gesetze und Steuersätze waren die Folge. So wuchs der Unmut über diese Zustände.

Die anfallenden Steuern einzutreiben war die Aufgabe von Steuerbeamten. Die Männer des Staates wurden zwar vom bewaffneten englischen Militär beschützt, dennoch gab es viele Tote zu beklagen. Auch heute noch werden sich Geschichten über die Gerissenheit der Schwarz-Brenner gegenüber den Beamten erzählt

Die illegale Brennanlagen waren meistens sehr klein und konnten somit schnell auf- und wieder abgebaut werden. Ein Bestandteil war ein Kessel aus Metall für die Gerste, die Hefe und das Wasser. Zusammen wurde alles über Feuer gekocht. Der aufsteigende Dampf wurde durch ein wassergekühltes Rohr geleitet und ein Fass fing das Rohdestillat auf.

Die benötigten Teile für die Whisky-Herstellung konnten leicht versteckt werden. Die wertvollen Vorräte an Whisky hingegen wurden oftmals von den Steuerbeamten gefunden und vernichtet. In vielen Fällen gelang es aber auch den Behörden ein Schnippchen zu schlagen.

Whisky duftete und duftet nach Freiheit und seine Entstehungsgeschichte ist lang. Magnus Eunson ist ein Name der mehr als wichtig ist, wenn es um Whisky geht. Er hat im Jahre 1798 im Highlandpark auf den Orkney Inseln Whisky gebrannt und diesen in Fässern in seiner Kirche gelagert. Denn natürlich war er ein Schmuggler und das als Prediger. Später lagerte er den Whisky auch in seinem Haus, weil die Steuereintreiber ihm auf der Spur waren. Während die Steuerbeamten die Kirche durchsuchten, hielt Eunson mit seinen Mitarbeitern einen Trauergottesdienst ab. Es sollte um einen angeblichen Pockenkranken gehen, der dann auch die Beamten in die Flucht trieb, obwohl es ihn ja gar nicht gab.

Früher tranken in den schottischen Highlands Männer und Frauen Whisky, der nach und nach immer mehr zu einem Nationalgetränk wurde. Dabei setzte sogar die englische Regierung eine Belohnung von 5 Pfund aus, wenn man eine illegale Brennerei verraten würde, aber das tat selten jemand. Die Brennereien waren damals auch schlau, sie tauschten in regelmäßigen Abständen die Teile ab und bauten sie woanders wieder auf, was es auch schwer machte, sie wirklich dingfest zu machen.

Im Jahre 1823 sah Duke Alexander Gordon die Wichtigkeit der Legalisierung von Schwarzbrennereien und es wurde eine Gebühr von 10 Pfund für die Zulassen pro Brennblase gefordert. Und es wurde dazu auch noch eine Steuer von 2 Shilling und 3 Pence pro Gallone Alkohol verlangt, welche destilliert wurde. Das dies gerne angenommen wurde, ist mehr als verständlich, nur wenige Jahre später, genauer gesagt im Jahre 1834 zählt man nur noch knappe 700 Schwarzbrennereien. Vorher waren es über 14.000. Und noch einmal 10 Jahre später nahm diese Zahl noch weiter ab, man zählte nur noch knapp 170 illegale Destillerien.
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Neben der Legalisierung im 19. Jahrhundert kam es auch zu einer neuen Erfindung und das in Schottland und Irland. Ein neuer Brennapparat wurde erfunden, mit dem es möglich war, kontinuierlich zu brennen. Aeneas Coffey erfand ihn und so konnte mit der Technik sogar ein Gemisch aus gemälzter und ungemälzter Gerste verwendet werden. Sogar andere Arten von Getreide konnten fortan genutzt werden und so verlor sich auch das typische Torf-Aroma der Schwarzbrennereien. Schon im Jahre 1850 erschien der erste Blended Whisky auf dem Markt. Dieser war aber gerade für den Irish Whisky eine wahre Gefahr, denn die Herstellung des Irish Whiskys war viel teurer und er wurde schon damals 3fach gebrannt, der schottische Whisky hingegen nur 2 Mal, weshalb der Aufwand niedriger war und der Whisky auch günstiger angeboten werden konnte. Der Irish Whisky verlor so seine Vorherrschaft, aber es gibt ihm zum Glück auch noch heute! Damals aber hatte der Scotch Whisky gute Karten und konnten einen guten Aufschwung genießen.

Es gab aber doch eine gewisse Problematik, weil die Frage heiß diskutiert wurde, ob Blended Whisky nun wirklich Scotch Whisky genannt werden durfte, da sich doch die Destillate stark unterschieden. Die Frage wurde durch eine Kommission im Jahre 1909 entscheiden. Experten, die von der britischen Regierung eingesetzt wurden, haben zusammen entschieden, dass der aus dem Coffey System kommt, durchaus auch Scotch Whisky genannt werden durfte. Die Mischung aus beiden Destillaten durfte ebenfalls diesen Namen tragen. Allerdings wurde im Jahre 1915 festgelegt, dass der Scotch Whisky mindestens drei Jahre reifen musste, bevor er auf den Markt gebracht werden durfte.

Die Zeiten haben sich seither arg verändert, nun bekommt man verschiedensten Sorten von Whisky. Und wenn man Whisky kaufen möchte, muss man dafür noch nicht einmal das Haus verlassen. Man kann den Whisky online kaufen und das sogar zu den besten Preisen!